Brainteaser sind kniffelige Aufgaben, die Dir im Bewerbungsgespräch oder Assessment Center begegnen können. Zur Lösung eines Brainteasers sind Problemlösungskompetenz, Logik und Kreativität gefordert.Zum Glück kannst Du Brainteaser aber auch sehr gut üben, da sich viele Fragen auf wenige Aufgabenarten zurückführen lassen.

Häufig lassen sich die Brainteaser, die oft als kurze Geschichten oder Fallstudien präsentiert werden, wie eine Textaufgabe aus der Mathematik lösen. Bei Aufgaben, die konkrete Zahlen enthalten, lässt sich das Problem oft in eine einfache mathematische Formel umwandeln.

In anderen Fällen ist ein kreativer Ansatz gefragt, bei dem man „Out-of-the-Box“ überlegen muss, Du also außerhalb der Konventionen arbeitest, die Du auf den ersten Blick siehst. Manchmal musst Du auch um die Ecke denken, und zwei oder drei Fakten miteinander verknüpfen. Gemein haben die Brainteaser aber immer, dass Du ein bisschen knobeln musst.

Ein kurzes Beispiel für einen Brainteaser ist: „Wie viele Bäume gibt es in Kanada?“. Auf den ersten Blick wirkt die Aufgabe kaum lösbar, denn wie soll man das denn wissen? Im Brainteaser geht es aber nicht immer nur um die richtige Antwort, sondern bei manchen Aufgaben auch nur um den Ansatz. Kannst Du als Bewerber einen Weg finden die Aufgabe zu lösen? Zeigst Du Kreativität und Durchhaltevermögen? Lässt Du Dich von der ungewöhnlichen Form der Problembeschreibung aus der Ruhe bringen?

Wie Du einen Brainteaser löst

Ruhe bewahren und die Herausforderung annehmen

Um einen Brainteaser zu lösen, musst Du ein gewisses Selbstvertrauen haben, dass Du die Aufgabe lösen kannst. Zu jedem Problem gibt es eine Lösung, oder einen akzeptablen Weg der Schätzung. Hör Dir die Aufgabe aufmerksam an, und kläre ggf. Fragen sofort. Nimm gedanklich die Herausforderung an, jetzt ein bisschen zu knobeln. Dabei ist es völlig ok, zunächst einmal überlegen zu müssen, und nicht sofort eine Antwort parat zu haben. Damit rechnen die Interviewer auch, denn sie wollen ja gerade sehen, wie Du mit schwierigen und unbekannten Fragestellungen umgehst. Und dabei ruhig und besonnen zu sein, und sich Zeit zum Nachdenken zu nehmen ist dabei ein sehr guter Einstieg und absolut praxisrelevant.

Einen strukturierten Ansatz wählen

Wenn Zahlen im Brainteaser vorkommen, versuche, die wichtigen von den unwichtigen Informationen zu trennen, und das Problem in eine einfache mathematische Formel zu übertragen. Dazu steht Dir meist auch Stift und Zettel, oder ein Taschenrechner zur Verfügung. Im Zweifelsfall frage ruhig nach, ob der Interviewer einen konkreten Wert möchte, oder ob Du nur Deinen Lösungsweg verbal erläutern sollst.

Wenn das Problem eher kreativer oder logischer Natur ist, kannst Du nach der Trial & Error Methode vorgehen, und auch verschiedene Ideen ausprobieren. Lass den Interviewer dabei an Deinen Gedanken teilhaben, und führe ihn oder sie durch Deinen Gedankenprozess.

Am Beispiel der Frage „Wie viele Bäume gibt es in Kanada?“ kann Dein Ansatz lauten: „Als erstes würde ich mir die Größe Kanadas anschauen. Ich schätze, dass es etwa 10 Millionen Quadratkilometer groß ist. Kanada ist zu weiten Teilen recht naturbelassen. Im Norden gibt es auch große unbewaldete Flächen, und im Süden ist der Großteil der besiedelten Gebiete und der landwirtschaftlichen Fläche. Daher schätze ich den Anteil von Waldflächen auf ca. 70%. Ein Quadratkilometer sind 100 Hektar. Ich schätze mal, dass auf einem Hektar Wald ungefähr 600 Bäume stehen. Wenn meine Annahmen stimmen, gibt es in Kanada ca. 10 Millionen Quadratkilometer x 70% x 100 Hektar x 600 Bäume = 420 Milliarden Bäume.“

Auf die richtige Lösung kommt es nicht an

Bei dem oben stehenden Beispiel spielt es keine Rolle, ob diese Antwort korrekt. Noch nicht einmal die Richtigkeit der Annahmen ist wichtig. Der Interviewer wird vermutlich selbst nicht wissen, ob Kanada 10 oder 40 Millionen Quadratkilometer groß ist, oder ob auf einem Hektar Wald 200 oder 1.000 Bäume wachsen. Darum geht es auch gar nicht. Was Du mit der Antwort bewiesen hättest, ist, dass Du ein komplees Problem strukturiert angehst, ggf. Annahmen triffst, und zumindest eine plausible Schätzung abgeben kannst. Dieser Lösungsansatz und die Vorgehensweise sind viel wichtiger, als die „richtige“ Lösung. Ein schlechter Kandidat wäre hier schon an der Größe Kanadas gescheitert und hätte erst gar keine Baumzahl geschätzt.

Oft kann ein einfacher Dreisatz bei der Lösung helfen. Wichtig ist jedoch immer, dass Du Deine Annahmen und verschiedenen Ideen laut aussprichst, und mit dem Interviewer teilst. Habe auch keine Scheu, einfach ein oder zwei Wege auszuprobieren. Nimm die Aufgabe sportlich, und zeige einen gewissen Ehrgeiz – auch, wenn Du partout nicht auf eine Lösung kommst.

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