Wie auch bei der Frage nach Deinen Stärken interessiert sich bei dieser Frage der Recruiter neben den tatsächlichen Schwächen Deine Fähigkeiten zur Selbsteinschätzung, Selbstreflexion und Kritikfähigkeit. Bei der Schwäche-Frage geht es insbesondere darum, welche Konsequenzen Du daraus ziehst und wie Du damit umgehst.

Die Schwächen, die Du nennst sollten wie bei der Frage nach den Stärken relativ sein, also eine Schwäche relativ zu den meisten Deiner anderen Fähigkeiten sein, und nicht eine absolute Schwäche im Vergleich zu anderen Bewerbern.

Überlege Dir im Vorfeld drei Schwächen. Das sollten persönliche Eigenschaften sein, die zwar eine berufliche Relevanz besitzen, aber nicht im Kernbereich der Stelle liegen. So wären eine Schwäche sich Namen zu merken oder Texte langsam zu lesen gut geeignete Schwächen, während analytische Kompetenz, Priorisierung oder fehlende Stresstoleranz als genannte Schwächen tabu sind.

Die meisten Ratgeber geben zur Schwäche-Frage wohlgemeinte, aber falsche Tipps. Häufig empfehlen diese Ratgeber Schwächen zu nennen, die nichts mit dem Job zu tun haben („Ich habe eine Schwäche für Schokolade.“) oder etwas als Schwäche auszugeben, was vom Recruiter positiv oder sogar als Stärke verstanden werden kann („Ich bin oft ungeduldig und will Dinge schnell erreichen.“). Vermeide diese Antworten. Die Recruiter kennen solche Täuschungsmanöver und werten sie entsprechend. Außerdem vergibst Du Dir die Chance mit der Beantwortung der Frage zu punkten. Gerade bei der Schwäche-Frage wird viel falsch gemacht und wenn Du diese kompetent beantwortest differenzierst Du Dich sehr schnell gegenüber Mitbewerbern.

Eine gute Antwort nennt offen und unverblümt eine im Berufsalltag relevante, konkrete und relative Schwäche mit Bezug zur Stelle, und enthält eine Konsequenz, die Du daraus gezogen hast sowie das daraus resultierende Ergebnis (Ziel, Methode, Ergebnis). Das zeigt, dass Du Dir Deiner Schwächen bewusst bist und diese auch offen diskutieren kannst (Kritikfähigkeit). Außerdem erkennt der Recruiter in einer solchen Antwort, dass Du Dich auf dem genannten Gebiet verbessern willst, oder eine Methode gefunden hast damit im Berufsalltag umzugehen. Das wirkt sehr souverän und legt nahe, dass Du auch in Zukunft mit Herausforderungen kompetent umgehen kannst.

Eine Antwort könnte lauten: „Ich habe manchmal Probleme mir die Namen zu merken, wenn mir neue Leute vorgestellt werden. Das hat mich geärgert, weil ich meine Gegenüber anschließend nicht mit ihrem Namen ansprechen konnte. Jedes Mal, wenn mir jetzt jemand Neues vorgestellt wird, wiederhole ich die Namen mehrfach leise in meinem Kopf, und versuche sie in den ersten Minuten mindestens einmal zu verwenden. So kann ich mir inzwischen 90% der neuen Namen merken!“

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