Die Frage ist für den Recruiter sehr interessant, aber auch gefährlich. Zum Einen erfährt er so, wie Deine Einstellung zu Arbeit und insbesondere hoher Arbeitsbelastung und Überstunden ist, die mittlerweile in vielen Betrieben weit verbreitet ist, zum Anderen spricht er damit aber auch einen negativen Aspekt des Jobs an. Wenn der Recruiter diese Frage stellt, ist es wahrscheinlich, dass der neue Job mit einer überdurchschnittlichen Arbeitsbelastung einhergeht. Hier ist es auch durchaus angebracht, nach Beantwortung zurückzufragen, ob das der Fall ist.

Du solltest hier offen spielen. Der Recruiter sucht natürlich Personen mit einer hohen Stresstoleranz, und jede andere Antwort ist ein klarer Minuspunkt bei jedem Recruiter. Hier eine „strategische“ Antwort zu geben, die nicht Deinem Typ entspricht wird sich im Fall einer Einstellung später immer rechnen. Es ist durchaus in Ordnung hier Einschränkungen zu machen: „Ich bin sehr stressresistent. Wenn mehrere Überstunden täglich aber eher die Regel als die Ausnahme sind, wäre ich dabei auf Dauer nicht glücklich.“ Eine uneingeschränkte Akzeptanz von hoher Arbeitsbelastung ist im Gegensatz nicht unbedingt ein Pluspunkt.

Für den Recruiter ist Grundvoraussetzung, dass Du eine gesunde Einstellung zur Arbeitsbelastung hast und flexibel reagieren kannst. Das bedeutet, dass Du temporäre Phasen von Stress oder Überstunden nicht ablehnst und auch bereit und in der Lage bist, diese zu leisten, aber auch, dass Du Deine eigenen Grenzen kennst und darauf achtest, trotz ggf. hoher Arbeitsbelastung gesund zu bleiben. Hier kommt es für Dich sehr auf die Wortwahl an, um genau diese Balance auszudrücken. Beispiele helfen dabei, Deine Einstellung besser einschätzen zu können und Deine Aussage mit Deinem Verhalten in der Vergangenheit in solchen Situationen zu untermauern.

Eine Antwort könnte lauten: „Ich kann mit hohen Arbeitsbelastungen sehr gut umgehen, und lasse mich auch in Hochphasen nicht aus der Ruhe bringen. Aus meinen Praktika kenne ich es, dass es in manchen Projektphasen sehr eng werden kann, alles im Timing fertigzustellen. In solchen Situationen kremple ich gerne die Ärmel hoch und packe mit an. Das darf natürlich nicht zum Dauerzustand werden. Bei der Einführung eines neuen Produktes bei TimeBound haben wir in den Wochen vor Launch alle bis 21:00 Uhr im Büro gesessen, um das Projekt rechtzeitig fertig zu bekommen. Dafür haben wir dann nach Launch aber auch den Erfolg gefeiert und die Stunden entsprechend reduziert. Eine flexible Anpassung der Arbeitszeiten je nach Arbeitsbelastung ist heute ja ziemlich normal.“

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