Die Frage nach den Wünschen und Zielen für die Zukunft kann entweder in der obigen Form gesammelt, oder ausgewählt/einzeln erfolgen, also z.B. „Wo sehen Sie sich in 5 Jahren?“. Alle Formen dienen dem Recruiter dazu, Deine Zielstrebigkeit einzuschätzen, aber auch, um Deine Karriereambitionen abzufragen. Das hilft nicht nur bei der mittel- bis langfristigen Planung, sondern kann auch ein Indikator sein, wie zufrieden oder unzufrieden Du später im Job bist, wenn Deine Wünsche sich nicht erfüllen.

Du solltest Dir für alle drei Zeithorizonte (kurz-, mittel- und langfristig) ambitionierte, aber erreichbare Ziele in Form von konkreten Jobpositionen stecken. In drei Jahren ist das nicht die jetzt zu besetzende Stelle, sondern einen Karriereschritt weiter. Wenn Du Dich als Praktikant bewirbst, wäre das eine Einstiegs- oder Trainee-Stelle. Bewirbst Du Dich als Trainee, zielst Du in drei Jahren auf eine Manager-Stelle. Dabei solltest Du natürlich nicht nur den Karrierelevel (Manager) angeben, sondern eine konkrete Position, z.B. Produktmanager mit nationaler Markenverantwortung.

Das Fünfjahresziel kann dann entweder eine logische Weiterentwicklung innerhalb der 3-Jahresposition sein (z.B.Senior Produktmanager mit Teamverantwortung) oder einen Karriereschritt weiter sein, z.B. Bereichsleitung, sofern dies in der gewählten Firma innerhalb der Zeiträume ein realistischer Weg sein kann. Du solltest nicht übertrieben ambitioniert sein, aber auch nicht zu bescheiden. Grundlage ist immer die Annahme einer erfolgreichen Karriere im Unternehmen. Eine kurze Google- oder XING-Suche hilft Dir einzuschätzen, wie schnell Du in welche Positionen im Unternehmen kommen kannst. Zusätzlich punktest Du, wenn Du auf gleichem Weg auch die korrekten Jobbezeichnungen im Zielunternehmen herausfindest (z.B. Produktmanager vs. Product Manager vs. Brand Manager).

Dein Zehnjahresziel darf schon etwas ambitionierter sein, muss aber immer noch realistisch und innerhalb dieser Zeit erreichbar sein. Im Gegensatz zu den drei und fünf Jahren Horizont brauchst Du bei zehn Jahren Vorausblick keinen konkreten Posten zu nennen, sondern Dein Ziel am Besten inhaltlich umschreiben. Eine Berufung in den Vorstand oder Geschäftsführung solltest Du nicht erwähnen, aber die Verantwortung für einen eigenen Geschäftsbereich, die Leitung eines größeren  Teams oder aber auch rückblickend verschiedene andere Stationen gemacht zu haben („in zehn Jahren möchte ich breit aufgestellt sein und sowohl das Marketing, als auch den Vertrieb in verschiedenen Positionen kennengelernt und mitgestaltet haben.“).

Gute Antworten nennen konkrete Pläne für den kurz-, mittel- und langfristigen Zeithorizont, die logisch zueinander passen oder aufeinander aufbauen. Sie sind bei einer erfolgreichen Karriere im Unternehmen realistisch erreichbar, aber auch ambitioniert, ohne zu übertreiben. Sie benennen die tatsächlichen Wünsche des Kandidaten und legen die Ansprüche und (realistischen) Erwartungen offen.

Eine Antwort könnte lauten: „In drei Jahren möchte ich nach meinem erfolgreich abgeschlossenen Trainee-Programm als Product Manager das Marketing einer Marke selbstständig betreuen. In fünf Jahren wäre es toll, die Marketingaktivitäten über zwei oder drei verschiedene Kategorie hinweg zu koordinieren und erste Personalverantwortung zu tragen sowie an strategischen Themen mitzuarbeiten. In zehn Jahren möchte ich als Bereichsleiter mit Marketing- und Vertriebserfahrung den Erfolg des Unternehmens maßgeblich mit gestalten dürfen.“

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