Die Chartanalyse ist ein Test Deiner analytischen Fähigkeiten, bei dem Du Informationen aus Daten wie Charts, Tabellen oder Diagrammen ableiten musst. Dabei besteht die Schwierigkeit darin, mehrere Daten aus unterschiedlichen Quellen miteinander zu verknüpfen, um sinnvolle Aussagen treffen zu können.

Der Aufbau einer Chartanalyse ist in der Regel recht simpel. Zunächst gibt es eine kurze Einleitung in die Problematik. Danach folgen ein, zwei oder mehrere Charts, die die wichtigsten Informationen zum Sachverhalt enthalten. Anschließend folgt die eigentliche Frage, die Du beantworten sollst. In der Regel sind Antwortmöglichkeiten aufgeführt (Multiple Choice). In der einfachsten Form enthält eine Aufgabe der Chartanalyse ein Chart mit einer zugehörigen Frage. Für die Beantwortung einer Frage hast Du zwischen einer Minute und 5 Minuten Zeit, je nachdem, wie umfangreich die Aufgabe gestellt ist, und wie viele Informationen enthalten sind.

Ein häufiger Fehler ist, die Aufgabe von oben bis unten in Ruhe durchzulesen, bevor man mit der Beantwortung beginnt. Du solltest davon ausgehen, dass Du im Assessment Center unter Zeitdruck stehst, und Du auch in der Chartanalyse viele Aufgaben in kurzer Zeit lösen musst. Daher kostet es Dich in der Regel zu viel Zeit, wenn Du Dir erst alles ansiehst und alle Informationen liest.

So löst Du die Chartanalyse

Der effektivste Ansatz, die Chartanalyse im Assessment Center zu lösen ist es, mit der Frage zu beginnen. Sobald Du die Aufgabe vor Dir hast, springe direkt nach unten zur Frage. Meistens muss für jedes Chart, bzw. jede Aufgabe in der Chartanalyse nur eine Frage beantwortet werden. Du kannst die Aufgabe deutlich schneller und effektiver lösen, wenn Du gleich von Anfang an weist, worauf Du achten musst, und worum es in der Aufgabe eigentlich geht.

Mit der Frage im Kopf kannst Du dann direkt in die Charts und Tabellen springen, und diese überfliegen, um das passende Chart mit den relevanten Infos zur Beantwortung der Frage zu finden. Auf diese Weise sparst Du Dir vollständig die Einleitung zu lesen, und Du hälst Dich nicht mit einem Chart oder einer Grafik auf, die Dir bei der Beantwortung der Frage nicht hilft.

Wenn Du die passende Grafik, oder Grafiken gefunden hast, versuche die Frage korrekt zu beantworten. Das geht nicht immer direkt, denn häufig musst Du Informationen aus zwei Charts miteinander kombinieren. Finde beide, und notiere Dir die relevanten Daten. Manchmal enthält auch das gleiche Chart mehrere Informationen, die Du miteinander ins Verhältnis setzen musst. Das kann beispielsweise der Umsatz aus diesem Jahr sein, der mit dem Umsatz aus dem letzten Jahr vergleichen werden muss, um eine Aussage über die Umsatzentwicklung beantworten zu können.

Sobald Du die relevanten Informationen gefiltert hast, und Dich an die Lösung machst, brauchst Du regelmäßig zwei Rechenarten: Prozentrechnung und Dreisatz. Mit diesen einfachen Ansätzen kannst Du 95% der Aufgaben lösen, und mit beiden solltest Du vertraut sein.

Zur Berechnung von Prozentwerten teilst Du bei unserem Beispiel der Umsatzentwicklung den aktuellen Wert (z.B. 120 Mio. Euro) durch den Umsatz des Vorjahres (100 Mio. Euro), und ziehst anschließend 1 ab. Du erhältst die Umsatzsteigerung in absoluten Werten (hier: 0,2). Multipliziert mit 100 erhältst Du den Prozentwert, hier 20. Der Umsatz ist in diesem Jahr also um 20% höher als im letzten Jahr.

Beim Dreisatz errechnest Du einen Wert, in dem Du die Verhältnisse von drei Werten zueinander bestimmst, um einen unbekannten vierten Wert zu errechnen. So kann man den durchschnittlichen Umsatz eines Produktes in diesem Jahr errechnen, wenn man weiß, dass im letzten Jahr 180.000 Euro Umsatz mit dem Artikel erwirtschaftet wurden, und 90.000 Stück verkauft wurden. Den Hochrechnungen nach werden in diesem Jahr 120.000 Stück verkauft. Aus diesen Werten kann man nun leicht ermitteln, dass ein Produkt 2 Euro erwirtschaftet (180.000 Euro Umsatz / 90.000 Stück = 2 Euro Umsatz / Stück). Bei erwarteten 120.000 Stück in diesem Jahr multipliziert mit 2 Euro je Stück ist ein Umsatz von 240.000 Euro zu erwarten.

Mit diesen beiden sehr einfachen Rechenarten kannst Du analytische Aufgaben mit Grafiken, Tabellen und Diagrammen sehr schnell und effektiv lösen. Achte dabei darauf, dass Du die Aufgabe richtig verstanden hast, und starte direkt mit der Frage. Manchmal verbergen sich kleine Fallen in der Frage oder den Antwortmöglichkeiten,  z.B. wenn dort Wörter wie „exakt“ oder „mehr als“ auftauchen. Dann muss Dein Ergebnis entsprechend auch exakt der angegebene Wert oder eben ein größerer Wert sein, damit die Antwortmöglichkeit als richtig gelten kann.

Wenn der Zeitdruck sehr groß ist, kann es auch in Ordnung sein, zu schätzen, oder die Aufgaben nach dem Ausschlussverfahren zu beantworten. Das kann z.B. sinnvoll sein, wenn die Antwortmöglichkeiten sehr weit auseinander liegen, und sich eine Antwort daher sehr schnell schätzen oder überschlagen lässt (z.B. Umsatz ist 0,18, 1,8, 18 oder 180 Mio. Euro).

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