Ebenso wichtig wie die inhaltliche Vorbereitung ist Dein Auftreten im Assessment Center und der Gesamteindruck, den Du bei den Beobachtern hinterlässt. Neben der Kleidung und Small Talk in den Pausen gehört dazu auch Selbstvertrauen.

Selbstvertrauen ist eines der wichtigsten Merkmale, die Du im AC zeigen solltest. Nervös zu sein ist völlig in Ordnung, und das erwarten die Beobachter auch. Der Unterschied liegt darin, wie Du mit Nervosität umgehst und ob man sie Dir ansieht. Selbstvertrauen drückt sich in einigen konkreten Verhaltensweisen und Methoden aus, die Du durch Übung verbessern oder vor dem Assessment Center gezielt trainieren kannst.

Handschlag & Vorstellung
Kurz vor dem Recruiter strecke aktiv Deine rechte Hand zum Handschlag aus. Der Handschlag muss kräftig sein und die ganze Handfläche umschließen. Richtig liegst Du, wenn Du mit der Hautfläche Deiner Hand zwischen Daumen und Zeigefinger mit etwas Druck die gleiche Fläche Deines Gesprächspartners berührst. Das wirkt zwar wie eine Kleinigkeit, prägt den ersten Eindruck des Gesprächs aber schon wesentlich. Während des Handschlags lächelst Du (lieber etwas mehr und leicht übertrieben als zu wenig) und stellst Dich laut vor, in dem Du Deinen Namen sagst. Zur Auflockerung kannst Du gerne Begrüßungsformeln ergänzen: „Max Mustermann. Schön, Sie kennenzulernen!“ oder „Max Mustermann. Freut mich.“

Freundliches Auftreten

Durch ein leichtes Lächeln erhöht man im Assessment Center leicht seine Ausstrahlung und wirkt souveräner.

Lächeln
Regel eins in jedem Bewerbungsgespräch und Assessment Center ist es zu lächeln. Dazu braucht es nicht viel, mache Dir einfach bewusst, dass ein freundlicher Gesichtsausdruck ein sehr wichtiger Sympathie- und  damit indirekt auch Entscheidungsfaktor ist. Es geht nicht um ein künstliches Lächern oder Dauergrinsen, sondern um eine freundliche, zugängliche Grundmimik während des gesamten Assessment Centers. Ein leichtes Lächeln mit leicht angehobenen Mundwinkeln ist optimal. Als Faustregel kannst Du den Mund leicht öffnen, so dass man die Spitzen der Zähne sieht. Dann ist die Intensität ungefähr richtig.

Augenkontakt
Wenn im direkten Gespräch mit einem Beobachter oder andern Kandidaten bist, schaue ihnen in die Augen. Am Einfachsten ist dies, wenn Du Dir einen gedachten Punkt zwischen den Augenbrauen suchst auf den Du Dich locker fixierst. Das wirkt so, als würdest Du Deinem Gesprächspartner direkt in die Augen schauen, ist aber deutlich leichter umzusetzen als der direkte Blick in die Pupillen des Gegenübers.

Starre nicht, schaue ab und zu kurz weg, suche aber immer wieder den direkten Augenkontakt, in dem Du auf den gedachten Punkt schaust. Blinzle ganz normal weiter. Blicke nach unten auf den Boden oder Deine Schuhe solltest Du vermeiden. Schaue stattdessen ab und zu im Gespräch leicht am Kopf des Gegenübers vorbei in den Hintergrund, um dann wieder den gedachten Punkt zwischen den Augen zu fixieren.

Die Anleitung wirkt zwar recht künstlich, aber wenn Du das im Vorfeld in Gesprächen mit Freunden oder Familie etwas übst, kann das Deinen Augenkontakt in Gesprächen und damit auch den Gesamteindruck in Bewerbungsgesprächen sehr leicht verbessern.

Sprechpausen
Vermeide den Fehler, in Bewerbungsgesprächen oder dem Assessment Center zu viel oder zu lang zu sprechen. Jede Antwort sollte maximal 2 Minuten lang sein, besser kürzer, bevor Dein Gegenüber die Möglichkeit hat Zwischenfragen zu stellen, oder selbst eine Anmerkung zu machen. Alle paar Sätze solltest Du zudem bewusste Sprechpausen von 1-3 Sekunden einlegen. Das unterstreicht Deine vorige Aussage, zeigt Selbstvertrauen und gibt dem Zuhörer die Möglichkeit das Gesagte auch anzunehmen und zu verarbeiten, was für ihn wiederum angenehmer und somit für Deine Bewertung positiver ist.

Aktives Zuhören
Zuhören ist viel schwieriger als selbst zu reden.  Gerade im Interview musst Du den Fragen, aber auch Beschreibungen, Aufgabenbriefings und Informationen über das Unternehmen sehr genau zuhören und diese auch möglichst schnell erfassen, verarbeiten und speichern können. Gleichzeitig muss Dein Gegenüber den Eindruck haben, dass Du interessiert bist und alles verstanden hast.

Aktives Zuhören

Soft Skills wie Einfühlungsvermögen und Durchsetzungskraft stehen in Assessment Centern im Mittelpunkt.

Das erreichst Du dadurch, aktiv zuzuhören. Darunter versteht man beim Zuhören Augenkontakt zu halten, und das Gesagte durch Nicken oder kurze Kommentare („Ja.“, „Interessant.“, etc.) zu bestätigen. Alle 3-4 Minuten solltest Du zudem das zuletzt Gesagte in eigenen Worten kurz zusammenfassen oder durch eine kurze Rückfrage bestätigen („Die Abteilung besteht also aus insgesamt drei Einheiten, richtig?“).

Körpersprache & Haltung
Deine Körpersprache verrät viel über Dich und wie Du Dich fühlst. Verschränkte Arme geben zwar Sicherheit, signalisieren aber auch, dass Du nervös bist, und stellen zudem eine wahrgenommene Barriere zwischen Dir und Deinem Gegenüber dar. Die Arme solltest Du daher offen lassen, also nicht verschränken. Du kannst die Arme entweder neben dem Körper lassen, leicht anwinkeln oder auch zwischendurch zeitweise eine Hand (niemals beide) in eine Hosentasche stecken. Wenn Du nicht weißt, wohin mit Deinen Händen, schau Dir an, wie Comedians im Fernsehen sich verhalten, und wie sie mit ihren Gesten ihre Aussagen unterstreichen. Das ist eine gute Orientierung für Dein Assessment Center.

Wenn Du stehst, verteile Dein Gewicht gleichmäßig auf beide Beine, die ungefähr schulterbreit stehen. Anlehnen ist tabu.

Soziales Verhalten
Sprich in den Pausen mit den anderen Kandidaten oder den Betreuern. Habe hier keine falsche Scheu und sprich selbst einen Betreuer an, wenn dieser z.B. gerade einzeln an der Kaffeemaschine steht, oder stell Dich zu einer Gruppe Kandidaten dazu, auch wenn diese gerade in einem Gespräch ist. Das sind wichtige Punkte zur ggf. unbewussten Beurteilung Deiner sozialen Kompetenz. Vermeide es auf jeden Fall, alleine abseits zu stehen. Das ist nur ok, wenn Du Dir gerade ein Getränk geholt hast, und die anderen noch nicht da sind. Ansonsten stelle Dich einfach immer zu anderen dazu.

Eine Gruppe stellt sich meist im Kreis zusammen, wobei alle Teilnehmer ungefähr gleich weit voneinander entfernt stehen. Das führt dazu, dass ein Kreis von außen oft geschlossen wirkt. Gehe seitlich auf eine Person zu, die möglichst die größte Kreisöffnung neben sich hat und so steht, dass sie eine von der Seite kommende Person wahrnimmt. Gehe nicht auf eine Person zu, die gerade spricht, oder die Dir den Rücken zuwendet. Nähere Dich der Person langsam (Schritttempo) aber bestimmt von der Seite, Schulter zu Schulter parallel. Lächle, und füge Dich so wie ein Puzzleteil in den Kreis ein. Die anderen werden automatisch zur Seite rücken und Dir ausreichend Platz machen. Höre dem gerade Sprechenden zu (aktives Zuhören). Nach 1-2 Minuten kannst Du Dich selbst ins Gespräch einbringen und bist Teil der Gruppe.

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