Der Lebenslauf ist der entscheidendste Teil Deiner Bewerbung. Während das Anschreiben und die gesamte Mappe den ersten Eindruck Deiner Bewerbung ausmachen und die hohe Qualität und ein überzeugendes Anschreiben unbedingte Voraussetzungen für eine erfolgreiche Bewerbung sind, entscheidet in den meisten Fällen der Lebenslauf darüber, ob Du tatsächlich zu einem Bewerbungsgespräch eingeladen wirst.

Viel hängt beim Lebenslauf auch von der Art der Präsentation ab, also welche und wie Du die Informationen in Deinem Lebenslauf darstellst.

Recruiter interessiert am Lebenslauf natürlich primär, was Du bislang in Deinem Leben gemacht hast und welche Erfahrungen, Kenntnisse und Qualifikationen Du mit in den zu besetzenden Job bringst. Sekundär kann man im Lebenslauf aber auch erkennen, ob Du priorisieren und komplexe Sachverhalte kurz und leicht verständlich darstellen kannst. Auch kann man Rückschlüsse ziehen, wie zielstrebig und ergebnisorientiert Du bist. Zu diesen und weiteren Punkten kommen wir im Folgenden.

Lebenslauf

Der Lebenslauf enthält nur die für die konkrete Bewerbung relevanten Informationen über den eigenen Werdegang.

Sprache
Die Sprache im Lebenslauf wie auch im Anschreiben sollte möglichst aktiv, lebendig und abwechslungsreich sein. Dazu gehört beispielsweise die Verwendung von aktiven Begriffen wie Entwicklung, Konzeption oder Einführung statt passiven Begriffen wie Mitarbeit oder Unterstützung.

Länge
Dein Lebenslauf sollte auf eine DIN A4 Seite passen. Ja, richtig, nur eine Seite. Die meisten Lebensläufe sind heute zwei Seiten lang. Das macht sie aber nicht besser, sondern macht es den Bewerbern nur einfacher, nichts kürzen zu müssen und sie fühlen sich gut dabei, was sie schon alles gemacht haben.

Das Ziel des Anschreibens und Lebenslaufs ist es, den Recruiter neugierig auf Dich zu machen und Dich zu einem Bewerbungsgespräch einzuladen. Dazu muss der Recruiter alle wesentlichen Informationen zu Deiner Person schnell und eindeutig erfassen können. Am Besten geht das auf einen Blick auf einer Seite.

Die meisten Studenten und Absolventen haben in ihrem Leben zwar schon viel gemacht, das rechtfertigt aber noch keine zweite Seite. Auch langjährigen Managern empfehlen wir eine Seite als Richtlinie bei Lebensläufen. Der Schlüssel zum Erfolg ist dabei, soweit vom Unwichtigsten bis zum Wichtigsten zu kürzen, bis Dein Lebenslauf ohne gestaucht auszusehen auf eine Seite passt.

Das Kürzen ist schmerzhaft, wenn man viele gute Stationen hatte. Was hilft, ist sich neben dem Ziel des Lebenslaufs immer auch vor Augen zu führen, dass jeder zusätzlicher Punkt im Lebenslauf von den wirklich relevanten ablenkt und es unwahrscheinlicher macht, dass der Recruiter gerade diese entscheidenden erfasst.

Typische Kürzungskandidaten sind auf das Aufzählen aller besuchter Schulen zu verzichten und einen Sammelpunkt Schulausbildung zu bilden oder Grundschule und Mittelstufe zusammenzufassen. Auch braucht man keine fünf Sprachen auf dem Level Grundkenntnisse aufgeführt werden. Zwei bis drei reichen völlig um den Punkt Sprachbegabung zu machen aus.

Format
Auf der linken Seite des Lebenslaufs stehen die Start- und Endzeitpunkte der jeweiligen Station. Daher empfehlen wir eine Aufteilung des Lebenslaufs in zwei Spalten. Dabei ist es üblich, das Datumsformat auf Monat und Jahr zu beschränken, z.B.: 03.2002 – 02.2003. Genaue Tagesangaben helfen nicht und machen den Lebenslauf unklarer.

Bereiche / Aufbau
Der Lebenslauf umfasst typischerweise die Bereiche Persönliche Daten (vollständiger Name, Geburtsdatum,…), Ausbildung (Schule, Studium,…), Berufserfahrung (Berufsausbildung, Praktika, Nebenjobs,…), Qualifikationen (Sprachen, IT-Kenntnisse,…) und Interessen (Hobbys,…).

Die Bezeichnungen können variieren und je nach Deinem persönlichen Werdegang können Bereiche zusammengefasst oder auch weiter aufgeteilt oder um neue Bereiche erweitert werden. Wichtig ist, dass jeder Bereich für einen potentiellen Arbeitgeber relevant ist, nicht, ob Du gerne noch etwas loswerden möchtest. So können Veröffentlichungen in Fachzeitschriften im Gebiet des Jobs von großer zusätzlicher Relevanz sein, eine Aufzählung der von Dir gespielten Instrumente dagegen in der Regel nicht.

Sinnvolle zusätzliche Absätze können z.B. Auslandsaufenthalte, selbstständige Tätigkeiten, Sprachen, Auszeichnungen, Weiterbildungen, Trainings, Soziales Engagement oder Stipendien sein.

Inhalt
Jede Station im Lebenslauf besteht aus zwei Zeilen. In der ersten Zeile nennst Du die Tätigkeit und Institution oder das Unternehmen, z.B. Studium der Betriebswirtschaft mit Schwerpunkt Marketing an der Universität Musterstadt oder Praktikum bei Mustermann und Co. KG, Berlin.

Die zweite Zeile enthält eine kurze Beschreibung der Station: Schwerpunkte: Marketing & Vertrieb; Abschluss als BScBA mit Note 1,9 oder Entwicklung eines Business Plans für die Marke Musterbrand.

Die beschreibende Zeile startet dabei wo möglich immer mit einem Aktionswort wie Entwicklung, Konzeption, Koordination, Erstellung, Verantwortung, Erstellung, usw. und sollte tatsächlich in eine Zeile passen. Damit drückst Du eine aktive Rolle aus und beschreibst präzise, worauf Du Dich in der jeweiligen Station fokussiert hast, bzw. was Dein Beitrag war. Passive Wörter wie Mitarbeit, Recherche, Analyse, etc. solltest Du vermeiden.

Die Kür sind messbare Ergebnisse oder konkrete Erfolge, die sich belegen lassen. Bei Stationen im Studium und Praktikum ist das meist schwierig und wird auch nicht erwartet. Im Berufsleben ist das schon einfacher: Steigerung des Mustermarke Marktanteils nach Wert um +5,4% innerhalb eines Jahres oder +8,2% Umsatzsteigerung durch Erschließung des Online Vertriebskanals.

Reihenfolge
Deutsche Lebensläufe sind chronologisch aufgebaut, starten also oben mit den älteren Stationen und führen dann in zeitlicher Reihenfolge untereinander alle Stationen auf, die aktuellste unten. Das ist bei internationalen Bewerbungen anders. Jeder Bereich (Ausbildung, Berufserfahrung, etc.) ist dabei in sich chronologisch, aber die Blöcke können sich zeitlich überschneiden.

So kann sich im Block Ausbildung erst die Schule, darunter eine Lehre und dann ein Studium befinden, das bis heute läuft, während der dann darunter folgenden Block Praktische Erfahrung wieder weiter in der Vergangenheit mit einem weit zurückliegenden, aber relevanten Nebenjob als Schüler startet, um dann mit aktuelleren Studentenjobs und Praktika zu enden.

Formalien

Name und Adresse
Ganz oben in der Kopfzeile solltest Du Deinen Namen und Deine Kontaktdaten wie Adresse und Telefonnummer angeben. Im Themenbereich Deckblatt & Foto geben wir eine alternative Möglichkeit vor, Standard ist aber die Integration in der Kopfzeile des Lebenslaufs.

Foto
Oben rechts in die Ecke klebst Du ein aktuelles, professionelles Foto von Dir. Mehr Informationen zum perfekten Foto findest Du ebenfalls unter Deckblatt & Foto.

Persönliche Angaben
Zu den persönlichen Angaben gehören Dein vollständiger Vor- und Nachname mit allen Mittelnamen oder ggf. dem Geburtsnamen, Dein Geburtsort und Geburtsdatum. Das ist bereits alles, was Du angeben musst. Heute nicht mehr üblich sind Angaben zu Eltern oder Geschwistern sowie dem Familienstand oder der Religionszugehörigkeit (außer bei der Bewerbung bei religiösen Einrichtungen). Aus Platzgründen und da keine dieser Angaben für den Recruiter relevant ist, empfehlen wir diese Angaben wegzulassen und Dich auf Namen und Geburtstag und Ort zu beschränken.

Ort, Datum, Unterschrift
Es ist immer noch üblich, den Lebenslauf ganz unten mit Ort und Datum zu versehen und eigenhändig zu unterschreiben. Drucke Ort und Datum elektronisch auf den Lebenslauf und unterschreibe dann direkt daneben mit einem blauen Füller.

>> weiter zu Zeugnisse & Co.

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